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Stadt & Freyheit Wappen Graf Engelbert Kellnerei Schloss Heltorf Bürgerhaus Amt Angermund Die Bürgermeister Persönlichkeiten Das Wildgestüt De Pill historische Ansichten Das Bürgerhaus Angermund Das älteste und historisch wertvollste Gebäude in der Graf-Engelbert-Straße ist das Bürgerhaus. (Haus Nr. 9) Es wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Wohnhaus errichtet. Das einst vornehmste Gebäude der Straße im spätbarocken Stil verweist auf Einfluss und Macht seiner Erbauer. Als einziges Haus in Angermund weist es eine Freitreppe mit Steinwangen auf, an denen sich noch bis in die 1980er Jahre schräggestellte Radabweiser (Prellsteine) befanden. Die Haustür ist zweigeteilt, eine leicht abgewandelte Form des bergischen Typus, die früher im Angerland häufig anzutreffen war. Die verputzte Fassade ist durch die Sprossenfenster mit Laibungen und Schlusssteinen aus Naturstein symmetrisch gegliedert. Besonders zu erwähnen ist auch das reich geschnitzte Geländer der weit geschwungenen Treppe im Inneren, deren hölzerne Treppenstufen nach annähernd 250 Jahren stark ausgetreten sind. Die Rückseite zum Hof besteht teilweise aus Fachwerk, dessen ebenfalls bergischer Typus traditionelle Gefache mit einem Gerüst aus Staken und Weidengeflecht aufweist, die mit einem Gemisch aus Lehm und Stroh ausgefüllt und einem weißem Farbanstrich versehen sind. An der Rückseite des Hauses befindet sich der Zugang zu einem Gewölbekeller. Im Hinterhof steht ein Fachwerkhaus, das einst als Stall o.ä. diente. Das Hinterhaus, in dem sich heute das Heinz-Schmitz-Archiv des Angemunder Kulturkreises befindet, ist vermutlich noch älter als das Bürgerhaus selbst. Das Bürgerhaus gehörte über 100 Jahre lang der Familie Baasel, die mehrere Angermunder Bürgermeister stellte. Diese nutzten ihr Anwesen auch als Rathaus. 1889 erwarb der Landwirt Wilhelm Beckmann das Haus im Rahmen einer Zwangsversteigerung von Friedrich Baasel. Bald darauf zog die Bürgermeisterei in ein anderes Haus (heute Graf-Engelbert-Straße 38). Haus Nr. 9 aber wurde – wiederum für fast ein Jahrhundert – zum "Haus Beckmann". Als sich das Ende der jahrhundertelangen Selbstständigkeit Angermunds abzuzeichnen begann, stellte der nordrhein-westfälische Landeskonservator das Haus auf Antrag des Rates der Stadt Angermund am 10. Mai 1972 unter Denkmalschutz. Viele Bürger, vor allem Oberstudiendirektor Karl Heinrich Brockerhoff, setzten sich für den Ankauf des Hauses durch die Gemeinde ein. Zu diesem Zwecke wurde am 15. Dezember desselben Jahres der Angermunder Kulturkreis (AKK) gegründet. Die Stadt Angermund konnte das Haus bald darauf von der Erbengemeinschaft Beckmann erwerben. Nach umfangreichen Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten wurde das Haus am 22. Dezember 1974 eingeweiht und dem AKK durch einen Erbbaurechtsvertrag als ständiges Domizil zur Nutzung übergeben: Wenige Tage bevor Angermund zum 1. Januar 1975 nach Düsseldorf eingemeindet wurde. Heute organisiert der AKK im Bürgerhaus regelmäßig Ausstellungen, Vorträge und Lesungen. Das Haus dient zudem auch als Treffpunkt für andere Angermunder Vereine und Initiativen. (Unter Verwendung des Textes "Alte Freyheit und neues Bürgerhaus" In: 800 Jahre Angermunder Land und Leute. Hrsg: Angermunder Kulturkreis e.V., 1987) Weitere Ansichten des Bürgerhauses auf: cfseidler.jalbum.net/historisches_Angermund |
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