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Die Kellnerei

Die Kellnerei in Angermund

Die Angermunder Kellnerei zählt heute zu den ältesten und bedeutendsten Düsseldorfer Baudenkmälern. Schon die Franken legen an der Anger befestigte und mit Wassergräben geschützte Gebäude an. Unter dem Staufer Friedrich Barbarossa (1120-1190) entsteht auf dem alten Siedlungsplatz eine Jagdburg. Engelbert I., Erzbischof von Köln und Reichskanzler des Heiligen Römischen Reiches, erwirbt 1188 das "Castrum Angermund" und baut es bis 1222 zu einem Bollwerk mit einem mächtigen Turm aus. Einige Teile der heute erhaltenen Gebäude stammen noch aus dieser Zeit.

Die Burg ist zeitweiliger Aufenthaltsort der Landesherren und Sitz eines "Kellners", des Verwalters für die umliegenden bergischen Güter. Der Torbau wird 1635 errichtet. Nördlich der Burg liegt eine dicht bebaute Straße (heute Graf-Engelbert-Strasse) und bildet im 17. Jahrhundert mit ihr ein lang gezogenes, von Gräben eingeschlossenes, durch zwei Tore gesichertes  Rechteck. Der bergische Herzog Jan Wellem  lässt 1716 den Turm abreißen, weil feindliche Heerscharen immer wieder auf die Burg aufmerksam macht. Bis dahin finden im Turm Folterungen und Hinrichtungen statt; auch Hexen werden hier durch Folter zu Geständnissen gezwungen. Letzter Turmwächter ist Konrad Reichen, genannt der Bierzapfer, dessen Nachfahren noch heute in Angermund ansässig sind. Im Jahre 1780 wird das Herrenhaus gebaut. Danach erlebt die Kellnerei eine wechselvolle Geschichte. In den 1960/70er Jahren befindet sich darin sogar zunächst eine Metzgerei und dann ein Restaurant. Nach einem Brand steht sie jahrelang leer und wird zwischen 1982 und 1985 zu einer Wohnanlage umgebaut. Als Privatbesitz kann sie heute lediglich von außen besichtigt werden.