Familienforschung   Seidler   Zur Datenbank

Seidler

von links: Ernst, Gottfried Gustav, ???, Friedrich Ferdinand (mein Urgroßvater)

Die undatierte und unbezeichnete Aufnahme der vier erwachsenen Söhne meiner Ururgroßeltern Christoph Seidler und Ernstine Sketsch entsteht vermutlich Anfang der 1890er Jahre. Im Internet angebotene, datierte Aufnahmen belegen, dass der Fotograf Ferdinand Zaborsky in den 1890er Jahren sein Atelier in Essen auf der Grabenstraße 5 im nahe dem Zentrum gelegenen Stadtteil Stoppenberg betreibt.

Christoph Seidler (*1832 Lenimmen) und Ernestine Sketsch (* 1825 Neu-Beynuhnen) stammen aus dem ostpreußischen Kirchspiel Trempen, wo sie 1860 heiraten. Trempen (erste urkundliche Erwähnung 1510) gehört zu den ältesten Kirchdörfern östlich von Insterburg.  Es liegt im Kreis Darkehmen im Reg. Bezirk Gumbinnen. Im Jahr 1863 hat Trempen 379 Einwohner. Die vier Söhne von Christoph und Ernestine werden noch dort geboren. Doch zwischen 1872 und 1888 will die Familie nach Brasilien auswandern. Ein mutiger Entschluss, bedenkt man, dass die Eltern bereits im sechsten Lebensjahrzehnt stehen. Nachdem sie ihre Heimat bereits verlassen haben, geben sie den Plan aus unbekannten Gründen auf. Die Familie siedelt sich im durch die Industrialisierung schnell wachsenden Essen an. Dort ist der bislang älteste Nachweis der Familie die Heirat des Sohnes Gottlieb GUSTAV 1888 in Borbeck. Sein jüngster Bruder, der 1872 geborene Ernst, wandert 1904 doch noch über Hamburg nach Brasilien aus. Er stirbt 1935 unverheiratet in Porte Alegre.

Glücklicherweise beschafft mein Vater 1942 für die Familie Tauf- und Trauregisterauszüge, dennn seit dem Ende des 2. Weltkriegs sind die Kirchenbücher der Ev. Gemeinde Trempen verschollen. Diese Auszügen nennen noch Christophs und Ernestines Eltern, doch die weiteren Wurzeln der Namensträger werden vermutlich für immer unbekannt bleiben. Zwar gelingt es, 1985 bei der damaligen Zentralstelle für Genealogie der DDR aus den Registern Ev. Dombrowken noch weitere Daten für die Ernestines Eltern zu ermitteln, doch weitere Recherchen in den 1980er Jahren über die Suchkartei des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen bleiben wie die ab etwa 2003 regelmäßigen Sichtungen der Online-Datenbanken der Mormonen erfolglos. Die Recherchen im Stadtarchiv Essen in den dortigen Quellen (Standesamtsakten, Melderegister, Adressbücher etc.) ergeben keinen Hinweis auf eine erkennbare verwandtschaftliche Verbindung zu den um 1900 zahlreichen  anderen Essener Familien Seidler. Doch 2010 entsteht über diese Internetseite der Kontakt zu drei Urgroßenkeln von Gottlieb GUSTAV Seidler. Besonderer Dank gebührt Annegret Rau; sie hat mir zahlreiche Fotos, Briefe und Dokumente überlassen, die ihren Familienzweig gut dokumentieren.