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Familienforschung

Seit 1983 betreibe ich Familienforschung und beschäftige mich dabei zunehmend auch mit der Geschichte der Heimatorte der einzelnen Familienzweige.

In Deutschland gibt es seit Jahrhunderten immer wieder Migrationsswellen unterschiedlicher Genese und Größe. Im 20. Jh. kamen z.B. die Balkanflüchtlinge, Spätaussiedler und Gastarbeiter zu uns. Nach dem 2. Welkrieg mussten sich die Heimatvertriebenen eine neue Existenz aufbauen. Im Dritten Reich flohen die von den Nazis Verfolgten aus Deutschland. Zu Beginn des Jahrhunderts wanderten hundertausende Deutscher vor allem in die USA aus; sie hofften ihre bittere Armut überwinden zu können. Im späten 19. Jh. rekrutierte die aufkommende Industrie ihre Arbeitskräfte unter der Landbevölkerung im gesamten Deutschen Reich, vor allem aber im Osten. Noch ein Jahrhundert früher gab es in Deutschland Migration aus Religionsgründen. Zwischen 1731 und 1733 ließen sich über 30.000 Salzburger Protestanten, die wegen der Verfolgungen durch die katholische Kirche ihre Heimat verließen, in Ostpreußen nieder (Salzburger Kolonisation). Der preußische König Friedrich Wilhelm gewährte ihnen Wirtschaftsprivilegien und Religionsfreiheit, um so das von der Pest entvölkerte Preußisch Litauen, aus dem 1818 nach dem Wiener Kongress der Rgierungsbezirk Gumbinnen hervorging, wieder zu besiedeln. Aus dieser historischen Zu- und Auswanderung in unserem Land scheinen wir aber für die Bewältigung der Herausforderungen durch die aktuelle Flüchtlingssituation wenig gelernt zu haben. Anders als die derzeitige öffentliche Diskussion manchmal den Eindruck erweckt, ist die Migration in Deutschland nicht neu, sondern seit fast 300 Jahren ein wiederkehrender Sachverhalt. Auch meine väterlichen Vorfahren waren einst Religions- und Wirtschaftsflüchtlinge. Mein Urgroßvater Seidler wurde 1870 im ostpreußischen Abscherningken geboren. Dieser Flecken lag im damaligen Kreis Darkehmen, Reg. Bez. Gumbinnen. Hier lebte die deutsche und litauische Bevölkerung friedlich zusammen. Die Seidlers waren Nachfahren der Salzburger Kolonisten, aber unter meinen ostpreußischen Vorfahren finden sich auch litauische Namen wie Gallinatin, Rimkus, Sketschus. Mein Urgroßvater Friedrich Ferdinand Seidler verließ mit seinen Eltern und seinen drei Brüdern Ostpreußen bereits um 1885. Die Familie wollte ursprünglich nach Brasilien auswandern, zog aber nach Essen, später nach Düsseldorf, um bei der Industrialisierung ihr Glück zu machen. Von den Brüdern meines Urgroßvaters verließ nur der jüngste Deutschland. Er emigrierte 1904 von Hamburg nach Porte Allegre, wo er 1935 unverheiratet starb. Mich fasziniert seit langen die Geschichte Ostpreußens. Ich möchte das Land der dunklen Wälder einmal bereisen, nicht wie die Heimatvertriebenen mit traurigem Herzen, sondern unbelastet und neugierig auf die faszinierende Landschaft und die uralte Kulturregion.

Ein besonderer Schwerpunkt meiner Forschungen ist die Familie meiner Urgroßmutter Alwine Freisewinkel. Sie stammte aus einer uralten, schon 1486 nachgewiesenen märkischen Familie, deren Name auf den noch heute in Sprockhövel bestehenden Siedlungsplatz Freisewinkel zurückgeht. Seit 2009 betreibe ich das Internetportal www.Familienforschung-Freisewinkel.de und veröffentliche zu diesem Familienzweig außerdem Aufsätze und Bücher.

Das Herzstück meiner Familienforschung ist eine Master-Datenbank mit über 20.000 Datensätzen. Als Software verwende ich dafür das Shareware-Programm Personal Ancestral File (PAF). Es wurde von den Marmonen leider inzwischen eingestellt, vermutlich wegen der immer populärer werdenden Internetportale zur interaktiven Stammbaumgestaltung. Wie jede Software hat auch PAF Stärken und Schwächen. Bestechend sind die sehr gute Menüführung und die hervorragende Übersichtlichkeit. Die automatische Webseiten-Erstellung ist ein weiterer Vorteil. Leider sind in der deutschen Fassung des Programms die Sprachbausteine nicht immer korrekt. Doch damit müssen wir leben, denn eine manuelle Nachbearbeitung ist bei dem Datenumfang und den häufigen Aktualisierungen unmöglich. Nachteilig ist bei PAF auch die unzureichende Prüfung der Datenkonsistenz und -plausibilität. Diese Prüfung meiner Daten im .Gedcom Format nehme ich deshalb regelmäßig mit den Programmen Ahnenblatt und Family Tree Builder vor. Bei der Online-Darstellung der einzelnen Familienzweige werden selbstverständlich die Bestimmungen des Datenschutz eingehalten. Von lebenden Personen werden ledglich die Namen, jedoch keine persönlichen Daten genannt. Nur in den Nachkommenlisten im .PDF Format werden für alle Personen auch Geburtsjahr und -ort verzeichnet.  So werden Datenschutz, Belange der Familienforschung und Nutzerfreundlichkeit gleichermaßen zu berücksichtigt. Immer häufiger werden genealogische Daten zum Kauf angeboten. Die Daten stammen häufig von Internetportalen, auf denen registrierte Benutzer ihre Stammbäume veröffentlichen. Die Benutzer überlassen dabei den Portalbetreibern bewusst oder unbewusst Daten, die dann gegen kostenpflichtige Mitgliedschaften verkauft werden. Dieses Data-Mining der Portalbetreiber lehne ich ab. Schließlich ist der Datenverkauf nur insoweit legal, wie die registrierten Benutzer ihre Zustimmung zur Vermarktung geben und vor allem selbst rechtmäßige Besitzer der veröffentlichten Daten sind. Ich gestatte jedem Besucher die private und wissenschaftliche Nutzung der Online-Datenbanken meines Internetauftritts mit entsprechender Quellenangabe. Zugleich untersage ich aber ausdrücklich jede wirtschaftliche Nutzung der Daten oder deren Weitergabe an Dritte zu diesem Zwecke. Jede Veröffentlichung von Daten aus meinen gemäß § 87b UrhG urheberrechtlich geschützten Datenbanken auf genealogischen Internetportalen bedarf vorab meiner schriftlichen Zustimmung. Ich behalte mir vor, Missbräuche als Diebstahl geistigen Eigentums und Verletzung des Urheberechts juristisch zu verfolgen. Bitte schaue Dir deshalb zu Deiner eigenen Sicherheit unbedingt die Rechtshinweise vor Benutzung meiner Online-Datenbanken an.