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Familienwappen

Wappen im Besitz von Marlene von Delft     Wappen im Besitz von Dr. Olaf von Delft - Vorderseite     Wappen im Besitz von Dr. Olaf von Delft - Rückseite

 

In den Familien von Marlene von Delft und Dr. Olaf von Delft ist ein Wappen überliefert. Marlene schreibt dazu: "Ich besitze ein altes Glasoriginal, das aber leider keine Farben enthält. Durch mündliche Überlieferungen meiner Mutter kann ich sagen, dass es blau-silber sein soll." Wappen und Namen sind ergänzt um die Jahreszahl 1331. Dr. Olaf von Delft bewahrt ein Exemplar, dass 1969 von einem Ernst aus Denver als Weihnachts- und Neujahrsgruß verschickt worden ist. Der Empfänger war nach der Erinnerung von Olaf sein Onkel Fritz, nach dessen Tod das Wappen in Olafs Familie gelangte. Wer damals der Absender war, ist bislang noch ungeklärt.

Das Wappen ist heraldisch korrekt gestaltet. Es besteht aus dem obligatorischen Schild und Oberwappen (Helm, Helmzier und Helmdecke). Im Schild sehen wir oben zwei liegende Rauten, in der Mitte einen liegenden Balken, darunter einen nach rechts schreitenden Löwen. Der Helm wird geziert von einem nach rechts stehenden Löwen. Hinweis: ein Wappen wird immer aus Sicht des Trägers, also von hinten, betrachtet. Dadurch wird auf einer Abbildung die linke Seite stets als rechts bezeichnet. Die von Marlene genannte Tingierung (Farbgebung) blau-silber entspricht der Regel, dass in den Wappen Farbe stets an Metall stoßen soll. Auch die Farben rot-silber (weiß) im Wappen von Olaf sind heraldisch korrekte Farben, die durch ihren Kontrast die Fernwirkung eines Wappens bewirken. Aber welche Farbgebung mit der Stiftung des Wappens festgelegt wurde, ist bislang unbekannt. Wir wissen nichts über den Wappenstifter und die Herkunft des Wappens, das bislang in keinem der einschlägigen Verzeichnisse finden können. Doch es gibt tausende und abertausende von Wappen, die nie in einer Wappenrolle, bzw. einem Wappenbuch aufgenommen wurden.

Möglicherweise stiftet eine Seitenlinie der Antwerpener Familie "van Delft" das Wappen. Um dies kenntlich zu machen, könnte zum eigenen Wappen noch der schreitendende Löwe hinzugenommen worden sein. Die Antwerpener van Delfts führen schon im 14. Jahrhundert in ihrem Wappen zwei Rauten über einem liegenden Balken in rot-silberner Tingierung. Der Balken steht für eine Gracht, niederländisch und niederdeutsch für Kanal, Graben. In alter Zeit verwendete man als Synonym für Gracht auch das Wort Delft.

Die Heinrich von Delft (*1887 + vor 1969) zugeschriebene Aussage zur hugenottischen Abstammung und Wurzeln in Flandern und Nordfrankreich der ältesten, in Mülheim/Ruhr belegten Träger des Namen von Delft ist unbewiesen. Sie könnte aber aus der Annahme hergeleitet sein, dass der schreitende Löwe im Familienwappen identisch ist mit dem Wappentier des Herzogtum Brabant.

Heinz Dieter Von Delft (*1943) sieht einen Bezug zum Hessischen Löwen. "Theodoricus de Heyssen" (* um 1315 + 23.04.1395) wird 1334 als Herr auf „Haus Dyrsvort“ im Kirchspiel und Gericht Bislich am Niederrhein urkundlich erwähnt. Um 1340 ist er mit Elisabeth von Biesterfeld verheiratet. Aus dieser Ehe geht die Tochter Hillegont (auch Hille oder Hilla) hervor. 1348 wird er als Dietrich "Derx" von Hessen, Clevischer Ritter und Herr auf Haus Diersfordt erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt ist er in zweiter Ehe mit Jutte von Delft verheiratet, von der weder Lebensdaten noch Abstammung überliefert sind, die aber vermutlich aus der Antwerpener Linie stammt. Die bereits erwähnte Tochter Hillegont erbt Haus Diersfordt, das durch ihre Heirat an Adolf von Wylich (Alef van Wylakken) aus dem Weseler Stadtpatriziat fällt. Die Stiftung des Wappens anläßlich der Heirat Derx von Hessen  mit Jutte von Delft ist auszuschließen, wenn 1331 in Marlenes Wappen das korrekte Stiftungsjahr ist. Es stellt sich vor allem die Frage, auf Grund welcher Information dem Wappen von Marlene die Jahreszahl 1331 hinzugefügt wurde.

Da die aus der Mülheimer Linie stammenden von Delfts ihre Abstammung bislang nicht auf den unbekannten Wappenstifter zurückführen können, wäre eine Führung des Wappens weder historisch noch rechtlich korrekt. Nach herkömmlichem Brauch sind ohne besondere Bestimmungen des Wappenstifters die Nachkommen im Mannesstamm führungsberechtigt. In Deutschland gibt es im kodifizierten Recht  keine Vorschrift, die vom Wortlaut rechtsbegründend direkt das Recht an einem Familienwappen regelt. Es gibt auch keine Vorschrift, die vom Wortlaut direkt ein solches Recht vor Missbrauch schützt. Jedoch sind die im Laufe der Zeit enstandenen Regeln der Wappenkunde als  Gewohnheitsrecht anzusehen, das nach Art. 2 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB) als anerkannte Rechtsnorm auch Gesetzeskraft hat. (vgl. Töteberg, Heraldische Mitteilungen, Hannover 1963).

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